Erkrankungen und Ernährung

Leider müssen wir zugeben,  dass bei den Berner Sennenhunden zu beobachten ist,  dass sie nicht so alt werden, wie man es sich wünscht. Berner Sennenhunde können über 13 Jahre und älter werden,  aber in der Realität sterben viele Hunde heute viel zu früh. Als durchschnittliche Lebenserwartung laut Internet werden 6-8 Jahre genannt.


Häufige Ursachen für das frühe Ableben sind Krebserkrankungen oder Nierenerkrankungen. Ursachen dafür sind vielfältig und ich werde gleich noch darauf zurückkommen. Natürlich passieren auch Unglücksfälle, die einen Hund das Leben kosten können und die dann auch in die Statistik einfließen. Fakt ist, viele Hunde sterben einfach viel zu früh.


Probleme mit Hüftgelenksdysplasie HD und Ellenbogendysplasie ED wurden durch Zuchtprogramme im SSV in den Fokus gerückt und die Zahlen von Hunden mit dem Problem gehen zurück.  


Gesunde Ernährung und Idealgewicht gelten beim Menschen als Voraussetzung für ein langes gesundes Leben. Immer mehr wird darüber berichtet, wie wichtig gesunde Ernährung für unser Wohlbefinden ist. Natürliche Lebensmittel,  möglichst wenig verarbeitet, soll der Mensch essen um seine Gesundheit zu verbessern. Hochverarbeitete Lebensmittel werden immer häufiger als Grund für das Entstehen von Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas und Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck etc. definiert. 


Wie stellt sich die heute übliche Hundeernährung dar? Es gibt für die meisten Hunde Trockenfutter und der eine oder andere füttert auch mal eine Dose. Viele Menschen lesen nicht die Zutatenliste, sondern vertrauen auf die Werbung. 


Wie Trockenfutter erfunden wurde ... Irgendwann hat der Mensch angefangen Futterpellets herzustellen. Damals ging es zuerst wohl um Futter für Schweine. Man merkte, dass dieses Schweinefutter auch von den Hunden auf dem Hof gern genommen wurde und  irgendwann wurden dann auch trockene Pellets für den Hund hergestellt und angeboten. Anfangs hieß das dann noch Hundekuchen und soweit ich mich erinnere wurde es damals ab und zu an den Hund gefüttert. 


Die verschiedenen bekannten Hersteller von Hundefutter hatten, wenn man die die Geschichten der Firmen schaut,  alle am Anfang noch eine Vision -Sie wollten besseres Futter für die Hunde entwickeln. Die Firmen die heute noch den Markt beherrschen wurden in den 1930er bis in die 1970er Jahren gegründet. 

Einige Firmen spezialisierten sich auf Futter für bestimmte Krankheiten und andere wollten einfach ein besseres Futter für den Hund entwickeln.

Damals wurden Hund mit den Resten gefüttert, die vom Tisch übrig blieben - das war nicht immer vorteilhaft für den Hund und auch damals gab es Unverträglichkeiten und daraus resultierende Ausschläge oder Fettleibigkeit. Hund bekamen häufig viel zu viel geringwertige Getreideprodukte und insgesamt wesentlich weniger Fleisch - auch die Menschen hatten in dieser Zeit viel seltener Fleisch auf dem Tisch. Fertiges Hundefutter war sehr selten. 


Es entwickelten sich viele Hundefutterhersteller, die um den Markt kämpften. Einige Firmen wurden später von den großen Konzernen aufgekauft, die auch für unsere Lebensmittel verantwortlich sind. Ich befürchte, dass dadurch teilweise das Ziel dem Hund was Gutes zu tun ein bisschen in Vergessenheit geriet und der Wunsch viel Geld mit dem Verkauf der Marken zu verdienen trat in den Vordergrund. 


So manch eine Zusammensetzung von heutigem Hundefutter liest sich wie ein Experiment im Chemiebaukasten und klingt alles andere als Lecker.


Hier zum Beispiel die Zusammensetzung Royal Canin Giant Adult Hundefutter

Geflügelprotein, Mais, Maismehl, Tierfett, Weizen, Reis, hydrolisiertes tierisches Protein, Maisglutenmehl , Rübenschnitzel , pflanzliches Protein-Isolat *, Fischöl , Pflanzenfasern , Hefe, Sojaöl , Mineralien, Borretschöl , Hydrolysat aus Krustentieren (Quelle Glucosamin), Ringelblume (African) -Extrakt (Quelle von Lutein), Hydrolysat aus Knorpel (Quelle von Chondroitin). 

Unter Geflügelprotein versteht man übrigens alles was nach dem Entfernen des Fleisches übrig bleibt wird gemalen also Krallen, Knochen, Federn, Augen etc.  Nur die Deklaration Trockenfleisch - Fleischmehl bezieht sich auf einen realen Anteil und auf Fleisch.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für meinen Hund auf Dauer gesund sein kann. Hier findet sich kaum irgendwas natürliches in dem Futter und ich sehe überwiegend wieder Kohlenhydrate, die ja eigentlich gar nicht so gut für den Hund sein sollen. 

Bei dem hydrolisierten Hundefutter werden die im Futter enthaltenen Proteine mithilfe von Enzymen aufgespalten. Die Idee dahinter ist, den Organismus des Hundes einfach zu überlisten, indem Moleküle bis zur Unkenntlichkeit verkleinert werden. Alle hydrolysierten Zusätze sind also hochverarbeitete Zutaten, die nichts mehr mit ihrer natürlichen Basis zu tun haben.


Zusammengefasst bekommt der Hund also (für teuer Geld) ein Mehl aus Krallen, Federn, Haut etc - ohne jegliches Fleisch - mit Mais , Weizen  Reis , Rübenschnitzel, Tierfett und Fischöl (woraus auch immer?)  und ein paar Wohlklingenden Zusätzen damit es nach was klingt - Boretschöl, hydrolysierte Krustentiere, Ringelblumenextrakt. 

Mengenanteile der Zutaten werden nicht genannt, aber in Zutatenlisten muss immer das an erste Stelle was am meisten enthalten ist. Indem man Weizen, Mais und Reis und Maismehl getrennt aufführt fällt weniger auf, dass es wahrscheinlich doch die Hauptzutat Getreide gibt. 

Ich habe auch überhaupt nichts dagegen dem Hund Getreide zu füttern - der Hund kann aufgrund seiner Anpassung an das Zusammenleben mit dem Menschen über tausende von Jahren , Kohlenhydrate verstoffwechseln und daraus Energie gewinnen. Eventuell gibt es hierbei aber rassespezifische Unterschiede, die darin begründet sind, wie die jeweilige Rasse gehalten wurde. Bauernhunde und Jagdhunde hatten sicherlich mehr mit getreidehaltigem Futter zu tun, als zum Beispiel der Schlittenhund in der Arktis, wo auch die Menschen kaum Gemüse und Getreide zu essen bekommen. 

Hinzu kommt, dass Trockenfutter nur einen Feuchtigkeitsgehalt von 10% hat - Nassfutter oder natürliche Ernährung hingegen 70-80% Feuchtigkeit. Wenn man 50g Trockenfutter mit 100g Wasser übergießt und das Ganze mehrere Stunden stehen lässt, kann man beobachten, dass das gesamte Wasser von dem Futter aufgesogen wird und das Trockenfutter sein Volumen verdoppelt. Einige Trockenfutter lösen sich bei dem Experiment auf und es bleibt nur noch ein Brei übrig, aber die meisten Kroketten bleiben stabil und werden nur ca. doppelt so groß. 

Dieser Quellprozess findet bei der Fütterung von Trockenfutter im Magen- Darmtrakt unserer Hunde statt. Nur hat der Hund gar nicht die Möglichkeit so viel zu trinken wie er müsste um das Futter in dieser Form aufquellen zu lassen. Folge ist, dass der Hund langsam dehydriert - ein chronischer Mangel an Feuchtigkeit und Wasser entsteht. Dies ist auch schädlich für die Nieren, die für ihre Arbeit auf jeden Fall viel Feuchtigkeit benötigen.  Tierärzte empfehlen trotzdem häufig ein spezielles Trockenfutter bei Nierenerkrankungen, was sich mir persönlich nicht erschließt. Eigentlich würde ich versuchen so viel Flüssigkeit wie möglich in den Hund zu bekommen um die Funktion der Nieren zu unterstützen. Verrückte Neue Welt... 

Lange Rede kurzer Sinn - Gesundheit und Langlebigkeit beginnt im Futternapf !! 

Wenn man ein bisschen mehr in die Qualität des Futters für seinen Vierbeiner investiert und sich ein bisschen mehr Mühe macht, kann man wahrscheinlich viel Geld am Tierarzt sparen. Es gibt viele Möglichkeiten hier für die Gesundheit seines Vierbeiners Verantwortung zu übernehmen. 

Manchmal können schon kleine Veränderungen großes bewirken. Ein waches Auge auf die Zutatenliste beim Hundefutter hilft weiter. Es gibt zahlreiche Seiten im Netz, die dabei helfen die Informationen aus der Liste zu lesen, aber das Bauchgefühl und ein altes Sprichwort können einem da schon weiterhelfen 

"Was der Bauer nicht kenn frisst er nicht" - und sollte er in dem Fall eben auch seinem Hund nicht anbieten. wenn ich nicht erkennen kann, was da in der Dose oder dem Beutel eigentlich drin ist, oder wenn ich nicht verstehen kann was die genannten Zutaten bedeuten - dann sollte ich sie meinem Hund vielleicht besser nicht füttern. 

Wer mehr zu dem Thema lesen möchte kann das Buch "Katzen würden Mäuse kaufen" von Hans- Ulrich Grimm empfehlen. 

Wer sich unsicher ist was für den eigenen Hund das Richtige ist, kann sich auch bei einer unabhängigen Ernährungsberatung beraten lassen Hundeblick - Ernährungsberatung 

Meine eigenen Erfahrungen habe ich hier niedergeschrieben Überblich zur Fütterung


Zuletzt aktualisiert 06.12.2023 18:21:04

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